Kreativität und Papierkram

Es gibt immer wieder Phasen bei der Vereinsarbeit, die sind von der Bürokratie bestimmt. Von Woche zu Woche kann man dann überlegen, ob auf Facebook ein Foto von Zettelhaufen auf dem Schreibtisch oder ein abfotografierter Antrag auf dem Laptop gepostet werden. So richtig spannend ist das zugegebener Maßen jedoch nicht und – ganz ehrlich gesagt – vielleicht auch nicht das, was man gerne nach außen zeigen möchte.
Im Moment ist jedenfalls wieder so eine Phase: Pünktlich zum Jahresbeginn kommen zahlreiche Ausschreibungen für Förderungen und das Verfassen von Anträgen kann beginnen. Oftmals haben wir Ideen und bereits fertige Konzepte parat, die wir unbedingt umsetzen möchten und dann beginnt die Arbeit nach der Suche für die richtige Ausschreibung mit der passenden Finanzierung, den geeigneten Schwerpunkten und den richtigen Rahmenbedingungen.
Wer kreative Projekte auf die Beine stellen möchte, muss jedenfalls viele Anträge schreiben. Besonders motivierend ist es jedoch, wenn bereits engagierte Jugendliche in den Startlöchern stehen und eigentlich nur darauf warten, ein neues Projekt – und das sogar als Mentoren – starten zu können. Aber nun etwas genauer: Die Wege der besagten Jugendlichen von der Stadtteilschule Mitte in Hamburg und bildog haben sich durch unseren Kooperationspartner Schorsch gekreuzt. Die Gruppe Jugendlicher ist durch die aktuellen Veränderungen in der Gesellschaft so sehr bewegt, dass sie sich gerne engagieren möchten. Vor allem bewegt sie der Diskurs, der diese Veränderungen begleitet. Sie möchten Gleichaltrige motivieren, sich in Form von kreativen Projekten mit gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen und sie vor allem dazu aufrufen, Zukunft selbst zu gestalten. Vielleicht ist es – auch aus finanzieller Perspektive – möglich, eine Website einzurichten, auf der die Jugendlichen sich organisieren können und neue Projekte initiieren können. Die Motivation ist jedenfalls da und das nicht nur seitens der Jugendlichen. Auch die Schulleitung und das gesamte Kollegium unterstützen die SchülerInnen, wo sie nur können… wohl gemerkt für ein außerschulisches Projekt.
Und da kommen wir ins Spiel: Letztlich ist es aber genau das, was uns so sehr motiviert und wofür wir auch gerne so viele Anträge schreiben, wie es nur irgendwie möglich ist. Am Ende der Bürokratie steht dann hoffentlich ganz bald die aktive Arbeit mit den Jugendlichen. Und mal ganz ehrlich: Fotos von Projekttagen teilen wir auch viel lieber mit euch als Papierstapel auf dem Schreibtisch.